Samstag, April 26, 2003

"Aha, also dieses Loch da hinten..." Raph deutete mit einer Hand grob in die Richtung der Wand, durch die sie in dieses Labor gekrochen waren, ohne den Blick von der Konsole und seinen Multifunktionswerkzeugen abzuwenden. "Dieses Loch war noch nicht mal ein missglückter Sprengversuch, das war eine explodierte Pencytastation. Und weißt du, warum sie explodiert ist? Ein simpler Kabelbrand!" Die Schadenfreude war Raph deutlich ins Gesicht geschrieben, doch Odas erkundete das Labor bereits auf eigene Faust. Er sah sich verschiedene der Test-Sprengköpfe an, befühlte einige der Panzerungen und begutachtete die Maschinen, mit denen sie hier verarbeitet wurden. Doch bei deinem Ventilrad an der Wand stutze er. "Hey, Raph, was ist denn das hier für ein Rad?" Raph drehte sich halb um und sah über die Schulter zu Odas herüber, um dann gleich wieder einige Anfragen in das Terminal zu tippen. "Es ist von der Heizölrückstoßabdämpfung. Frag mich nicht, was das hier zu suchen hat, aber... Moment." Mit einem verwunderten Gesichtsausdruck ging Raph tiefer in die Informationen, die er über das Terminal erreichen konnte, entdeckte dann das, was er eigentlich nicht finden wollte, und rief entsetze zu Odas "Weg da! Das Röhrensystem in diesem Sektor ist durch diese Explosion mitgerissen wurden und jetzt instabil! Das Ding wird dir gleich um die Ohren..." doch weiter kam er nicht, da ein lauter Knall die Wand um den Ventilhahn zerriss und den überraschten Odas in hochwertigem SynthOil duschte. Die automatischen Sicherheitsventile schlossen sich sofort, aber Odas lag dennoch etwas verwirrt und völlig in Öl gebadet am Boden, während Raph etwas erfolglos versuchte, sich bei diesem Anblick das Lachen zu verkneifen. Odas, nicht ganz so von der neuen Situation erheitert, sah zu ihm herüber und meinte: "Na toll, jetzt haben wir den Salat. Und wie werde ich die Soße jetzt möglichst schnell wieder los?" - "Salatsoße!!" Raph konnte sich jetzt endgültig nicht mehr halten und brach vor Lachen zusammen. Ein paar Sekunden später fing er sich wieder und half Odas auf: "Kein Problem, gleich hier um die Ecke sind die Crewquartiere, aber die meisten davon suchen uns ja am Zugang zu Sektor F und einer hat gerade irgendeine Augenoperation. Ich schlage vor, du nutzt erstmal die Sanitätsräume dieser Crewquartiere, und dann sehen wir uns nochmal die Sachen mit der Operation genauer an. Ich habe den Eindruck, dass wir deshalb hier sind..."
Stichworte von: Gabana - Axcess

Samstag, Juli 06, 2002

"Wie auch immer, jetzt komm." meinte Raph und stieg durch die überlebenden Trümmer der Aufzugtür. Er machte sich daran, eine der beiden Wartungsleitern abwärts zu klettern, da kam Odas hinter ihm durch die Tür und deutete den Schacht hinab. "Meinst du nicht, dass du es mit deiner vorsichtigen Methode etwas übertrieben hast?" Raph schaute zu der Stelle, zu der Odas deutete, und bemerkte auch den eindrucksvollen Rußfleck etwa zwei Stockwerke unter ihm. "Moooment, das war ich aber nicht. Das kommt von dem Loch da, komm." entgegnete Raph und war bereits zu der Öffnung im Aufzugsschacht unterwegs, die gegenüber diesem Fleck war. Odas kam hinterher, und beide schauten erstmal vorsichtig hinein. Die einzige Person im dahinterliegenden Raum war an einer Kontrollstation beschäftigt.
"Schau dir das an", meinte Raph, "die Testen hier wohl Sprengstoffe oder so. Und bei dem Walross da drüben könnte man meinen, er hätte versehentlich mal ein Exemplar verschluckt..." Raph deutete auf den übergewichtigen Wachmann. Raph beobachtete den Soldaten noch etwas, während Odas seinen Blick weiter durch den Raum schweifen lies. "Ich weiß nicht, wenn ich mir den Flickenteppich von verschiedenen Metallplatten da unten und den Stapel von Metallschrott da auf den Tischen so anschaue, testen die hier keine Explosivstoffe, sondern neue Panzerungen." Die beiden stiegen vorsichtig ein und gingen zu einer anderen Konsole im Raum, die hinter einer Wand lag, also außerhalb des möglichen Sichtfeldes des Wachmanns. Raph stöpselte eines seiner Geräte an der Konsole an und machte sich daran, Informationen über dieses Labor zu bekommen, während Odas seine Kanone zurechtnahm und sicherheitshalber in Stellung ging.
"Also, wenn ich das richtig interpretiere, dann..." Raph machte eine kurze Pause. "Ja, dann was?" - "Dann stehe ich hier falsch! Diese Konsolen sind nicht alle miteinander verbunden, wie im übrigen Gebäude, ich muss also an die kommen, wo unser Freund steht. Reservier' mir da doch bitte mal einen Platz, ja?" Noch bevor Raph seinen Satz beendet hatte, schlich Odas los und hinter den Wachmann, der wegen seinen Ohrschützern allerdings noch nicht mal etwas mitbekommen hätte, wenn Odas auf einem Aufsitzrasenmäher angeknattert worden wäre. Mit einer schnellen Handbewegung fiel der Wächter bewusstlos zu Boden und Raph stieg über den Körper ohne davon richtig Notiz zu nehmen. "Ich mag das nicht, wenn du so brutal bist, du hättest ihm fast seinen Blümchenhut zerdrückt!" meinte Raph trocken, während er sich an dieser Konsole zu schaffen machte. Odas dagegen konnte sich sein Lachen nur schwer unterdrücken.
Stichworte von: Kerstin & Steffi

Dienstag, Juni 25, 2002

"Was? Wie sind wir denn vom Belüftungssystem hier her gekommen? Seltsame Architektur..." meinte Raph, nachdem er die neue Lage kurz begutachtet hatte. Hier drinnen war kein Mensch zu sehen, was ihn aber auch nicht sehr verwunderte, da sich in dieser Atmosphäre niemand mit Verstand freiwillig aufhielt. Sie gingen vorsichtig aber doch etwas hektisch über den Steg auf eine Luftschleuse zu, aber schon von einiger Entfernung konnte man sehen, dass diese Tür nicht mehr aufgehen würde, bevor man ihr mit einem großen Reparaturkit gut zuredete. Raph sah sich das durchgeschmorte Terminal an und meinte "Mist, unser kleines Missgeschick da drinnen hat hier einen kompletten Systemabsturz verursacht. Das heißt, wir müssen uns wohl oder übel zwischen den Rohren da durchzwängen, bis wir an einen Entsorgungspunkt kommen. Da können wir dann raus. Oder hättest du spontan eine andere Idee?" Odas schüttelte schicksalsergeben den Kopf und machte sich auf, als ihm in der Nähe der Schleuse hinter einigen Tanks so ein Entsorgungsknoten auffiel: "Was hälst du davon, wenn wir uns den Weg sparen, und gleich hier rausgehen?" Raph war damit einverstanden, und so öffnete Odas inzwischen routiniert die Luke auf seine Weise, die Tamara-Weise. Raph war damit zwar zuerst nicht ganz einverstanden, weil er befürchtet hat, dass sie auf der anderen Seite dann gleich von der nächsten Wache empfangen wurden, aber nachdem er die nächste Wache sah, war er doch froh über diese Variante: Der Wachmann lag bewusstlos an der gegenüberliegenden Wand, von der Wucht der Explosion dorthin geschleudert. Die beiden stiegen durch das Loch in der Wand und gingen zu dem Wachmann, um ihn sich näher anzuschauen. Odas ging den Waffengurt durch, Raph die anderen Taschen. In einer fand Raph eine Flasche. Er machte sie auf, und roch daran: "Aha, Whiskey! Die Typen fangen an, mir sympathisch zu werden!" Er nahm einen kräftigen Schluck, steckte die Flasche ein und wandte sich wieder an Odas: "Was ist los, willst du Blutsbruderschaft mit dem Kerl schließen, oder was brauchst du so lange?" - "Nein, aber ich fülle hier wenigstens meine Munition wieder auf, während du deinen Frühschoppen abhälst. Jetzt komm' schon!" Mit diesen Worten standen die beiden wieder auf, orientierten sich kurz, und machten sich wieder auf zum Fahrstuhl.
Stichworte von: Andy

Mittwoch, Mai 29, 2002

Raph betrachtete die Überreste des Versorgerkastens und meinte "Tja, der ist jetzt allerdings auch nicht mehr zu gebrauchen. Da müssen wir noch etwas weiter gehen, dann finden wir sicher wieder so einen Mehrzweckkasten." Sie krochen den Schacht entlang, bis Raph an einem Gitter stehenblieb und durchschaute. Sie waren über einem riesigen Forschungslabor, in dem etliche Leute in Kitteln umherrannten und an verschiedenen Tischen arbeiteten. "Siehst du das" fragte Raph Odas, der natürlich nichts sehen konnte, weil Raph das einzige Gitter selbst belegte. "Die haben da alles, vom Bunsenbrenner bis zur NAD..." Mit diesen Worten zog Raph aus einer seiner vielen Taschen eine kleine, flexible Kamera, die er durch das Gitter schob und fixierte. Dann legte er noch einen Schalter um, ein Lämpchen an der Kamera ging an und Raph hatte das Kamerabild auf seinem Monitor, das Odas auch etwas sehen konnte. "NAD? Nikotinamidadenindinukleotid?" fragte Odas nach. "Nein. Ich bin zwar schon erstaunt, dass du es richtig ausgesprochen hast, aber hier geht es um eine Neutronen-Absorptions-Diagnosestation. Und jetzt bin ich auch zugegebenermaßen neugierig, was die hier mit den ganzen Organen machen." Er deutete auf eine Stelle auf dem Monitor, wo ein großer Kühlschrank mit preparierten Organen stand. "Also los, wenn wir nicht hier warten wollen, bis die wieder auf Ergründung der Relativitätstheorie umstellen, dann sollten wir uns mal aufmachen, zu einem Archiv oder so." Meinte Odas und stieß Raph an, dass er wieder weitergehen solle. Raph steckte seinen Monitor wieder ein, ließ die Kamera an ihrem Platz, dass er über Funk noch weiter das Labor überwachen konnte, und ging den Schacht entlang weiter.

Donnerstag, Februar 28, 2002

"Naja, egal, komm schon." forderte Raph Odas auf, "oder willst du noch auf's Zwischenzeugnis warten?" Die beiden standen auf und stiegen über die Trümmer der Wände, über die Leichen der Wächter und Soldaten und über alles andere, was sich sonst noch vor ihnen auftürmte. Odas gewöhnte sich schnell an seine Beinschienen, weshalb er genauso gut bzw. schlecht vorankam wie Raph. Plötzlich blieb Odas stehen und deutete auf einen Schacht, den er offensichtlich auch noch nebenbei freigesprengt hatte. "Hey Raph, was hälst du davon?" Der Angesprochene drehte sich zu ihm und ging ihm etwas entgegen, da er durch den Schutt nichts von dem Schacht sehen konnte. Er ging am Private vorbei direkt zum Schacht, zog eines seiner vielen, kleinen Geräte aus der Tasche und untersuchte wortlos die ausgefranste Öffnung in der Wand. Nach einiger Zeit stand er wieder auf und meinte zu Odas "Vergiss' es, das sind die Stromleitungen, nur sind die hier jetzt, sagen wir mal, 'deaktiviert'. Da können wir nicht durch, denn glaub' mir, nur ein paar Meter weiter fließt da wieder etwas mehr Strom als in einer 1,5V-Batterie." Raph machte sich daran, weiter über den Schuttberg zu klettern, da blieb er wieder stehen, starrte Odas eine Weile an, und ging wieder zum Schacht zurück. Odas wusste, dass Raph schon wieder irgendeinen mehr oder weniger verrückten Plan hatte, aber er wusste auch, dass diese Pläne meistens sogar irgendwie aufgingen, also ging er auch zum Schacht. "Wir können schon durch und schlagen damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Wenn wir den Strom hier irgendwie ausschalten, dann können wir da wenigstens durch. Die haben sinnigerweise da drinnen keine Sensoren, sie werden uns also nicht bemerken. Und zum anderen schalten wir ihnen natürlich auch einfach den Strom aus, wenigstens für diesen Sektor. Ist zwar nicht unbedingt ein Dolchstoß, aber ein guter Anfang." - "Aber, ich dachte..." weiter kam Odas nicht, bis Raph ihn 'ermutigte': "Was ist los, hast du was Teures aus Krokodilleder an, oder warum stellst du dich jetzt so an?"
Nach nur wenigen Metern im Schacht rief Raph dem vor ihm kriechenden Odas zu: "Halt! Moment, jetzt müssen wir erst mal das Licht ausschalten. Ich bräuchte dafür erstmal einen Verteilerknoten, aber der kommt erst etwas später, deshalb verlange ich jetzt von dir etwas, das ich sicher wieder bereuen werde: Hast du noch eine von diesen Kugeln mit dem roten Lämpchen? Dann mach da vorne mal vor der Kreuzung bitte ein Loch in die Wand, aber gib mir noch einen Regenschirm, damit ich nicht von den Rohrfetzen getroffen werde..."
Stichworte von: den Leuten auf der Couch

Montag, Januar 21, 2002

Die Beiden konnten gerade noch nach oben schauen und beobachten, wie ihnen das angeschossene Rohr entgegenkam. Nachdem es unter ohrenbetäubendem Scheppern endlich zur Ruhe gekommen war, ging Raph aus seiner Deckung und sah sich um. Ein paar Meter neben ihm lag Odas, bewusstlos, aber atmend. Raph sprang zu ihm und scannte ihn mit einem etwas moderneren Gerät, von dem er ablesen konnte, dass es ihm relativ gut ging, bis auf ein etwas angeknackstes Bein. Er gab Odas ein Schmerzmittel, schiente sein Bein und weckte ihn dann mit einem gefühlvollen Rütteln auf. Da das Schmerzmittel schnell wirkte, merkte Odas nichts von seinen übrigen Blessuren, was seine Stimmung in gewisser Weise rettete. "Wir müssen ein wenig vom Kurs abweichen, dieser Zwischenfall hat unsere Medizinreserve ausgenommen, da müssen wir wieder auffüllen." meinte Raph und betrachtete die Karte. Ein paar Kurven weiter blieb er vor einer Wand stehen und meinte "Also entweder hat das Ding hier 'nen Bug, oder die haben hier heimlich die Tür zugemauert." - "Naja, schau'n wir doch mal, ob dahinter noch Platz ist. Geh' mal einen Schritt zur Seite." sagte Odas und nahm sich eine Granate zur Hand, die er mit etwas Klebeband geschickt zur Bombe umfunktionieren wollte. "Vergiss es, die Idee wäre ganz gut, aber das Problem ist, dass das hier alle aus einer neuen Titanlegierung ist, da hast du so keine Chance." bemerkte Raph, "Die Türen, die Wände, der Boden, alles aus Titan. Kann man sich ja merken, wenn man jemals Titan braucht, geh hierher, hier gibt es haufenweise Titan!" - "Ist ja recht, ich hab's verstanden. Und was schlägst du jetzt vor?" Nach kurzer Überlegung sah Raph nochmal auf das Display seiner gespeicherten Karte und schlug vor "Wir müssen nochmal zurück zu einem Terminal, ich brauch noch einen Schaltplan, dann kann ich versuchen, diese Wanderwand wieder dahin zu bringen, wo sie herkam." - "Und du meinst, das findest du?" - "Aber sicher, und wenn ich mir die Negative der orginal Baupläne aus dem Stadtarchiv hole!"

Dienstag, Januar 15, 2002

"Hmm, sie haben uns auf jeden Fall vermisst, das ist sicher..." überlegte Raph weiter. "Also, ich schlage vor, dass du schon mal langsam anfängst, deine Knarre..." - "Sie heißt WYuntani-LV-1201 oder..." - "Jaja, oder Sportwagen, Hauptsache, du parkst ihn vor den Wächtern, die früher oder später hier aufkreuzen werden, während ich versuche..." Weiter kam er nicht, da die ersten Fußschritte bereits im Gang vor ihnen zu hören waren. "Planänderung", flüsterte Raph weiter "du holzt da jetzt in die Wand hinter uns und kommst dann hier in die Nische, los!" Trotz der etwas spärlichen Beleuchtung sah man deutlich, wie sich Odas' Augen weiteten, und während er genüsslich anfing, sich zu der entsprechenden Wand zu drehen und er meinte noch "Wenn du das sagst...", aber der Alarmton übertönte es bereits. Jetzt wurde es erst richtig interessant, denn es wurden nicht nur die Schritte schneller und schneller lauter, die sie schon vorhin gehört hatten, jetzt kamen auch noch welche aus der anderen Richtung. "Verd..." Raph unterdrückte seinen Fluch noch während er seine eigene Waffe zurecht nahm, gerade rechtzeitig, bevor die erste Gruppe von 3 Wächtern an ihnen vorbeigerannt war. Auf ein kurzes Kopfnicken von Raph wusste Odas bereits mehr als genug von seinem Plan, und sie ersparten den Wächtern mit 600 durchschlagenden Argumenten pro Minute den Rückweg. Sie warteten noch den Bruchteil der Sekunde ab, bis ihnen auch die zweite Gruppe entgegen kam, bis Raph aufsprang, zu Odas schrie "Komm!" und über die Leichen sprintete. An der ersten Abzweigung ließ er Odas wieder aufholen und sie rannten zusammen weiter durch immer schmäler werdende Seitengänge. "Weißt du überhaupt... wo's hier langgeht?" schnaufte Odas zwischendurch raus. "Noch nicht, aber das ist erstmal unser geringstes Problem. Wenn du irgendwo einen Wartungsschacht siehst, dann schrei, OK?" - "Werd ich machen, verlass' dich drauf."

Montag, Januar 14, 2002

Nach einem stundenlangen Marsch durch immer wieder die selben Gänge und immer wieder die selber Tore, die Raph mit seinem 'mittelalterlichen Taschenrechner' öffnete, wie er seinen High-End-Dietrich nannte, dachten sie daran, mal eine Pause einzulegen. Immerhin war es draußen schon wieder abend, wie Raph durch einen Zwischenstop an einem Terminal rausgefunden hatte. Eigentlich wollte er ja nur schauen, ob sie noch im richtigen Gang waren, aber dabei ist im irgendwie zufällig auch gleich eine Abkürzung zu einer nahegelegenen Speisekammer in die Hände gefallen. "Genau das Richtige, ich hab Hunger!" meinte Odas und ging gleich mal vorraus, nachdem er die grobe Richtung erfahren hat.
Nach ein paar Kurven, die ohne Plan sicher jeden seiner Orientierung geraubt hätten, stießen sie das erste Mal auf jemanden, seit ihnen ihr Wächter untreu geworden ist. Nach einem gekonnten Sprung zurück in die Deckung meinte Odas mit einem überzeugend diplomatischen Gesicht "Die beiden sind kein Problem, die haben nur Schrotflinten! Lass mich mit ihnen reden, OK?" - "Ich würde dich ja zu gerne lassen, aber erstens wäre es zu laut, und zweitens würde jeder Wandtreffer die Wachen hierherlocken. Und nicht, dass ich deiner Trefffähigkeit nicht vertrauen würde, aber... ich vertraue ihr nicht." Raph ließ sich zurücksinken und sah sich dabei etwas um. Dann entdeckte er auf einmal die farblich gut angepasste Tür ihm gegenüber. "Hey, schau mal, hier arbeitet Dr. W. Lejsagwahr!" - "Und? Kann man das essen?" fragte Odas. Etwas genervt entgegnete Raph "Nein du Depp, nimm halt wieder unsere appetitlichen Nährstoff-Dragees, du weißt wohl nicht, wer das ist? Nein, weißt du nicht, er ist der Fachmann auf dem Gebiet der Koloniehybridisierungstechnik!" Mit einem nicht ganz überzeugten Gesichtsausdruck fragte Odas "Na und, brauchen wir den noch?" - "Naja, ich weiß nicht, aber wir sollten uns die Stelle merken, damit wir uns hier später ein Souvenier abholen können."

Donnerstag, Januar 10, 2002

"Hey, was is'n das hier für'n Kasten?" Odas deutete auf einen kleinen Kasten neben der Zellentür, leider auf der Außenseite. "Ein Terminal, damit könnte man die Tür hier aufmachen, wenigstens, wenn man das Passwort hat. Oder aber..." Mit den letzten Worten ist Raph bereits zu eben diesem Kasten gegangen und verfolgt die Kabel, die ihn verlassen mit den Augen zurück. Soweit zurück bis zu einer Niete, mit der eine Liege an der Wand befestigt worden ist. "Mach das da mal weg." Nach dieser Aufforderung warf sich Odas mit viel Schwung aber etwas gelangweilt auf das Bett, was selbst die Niete nicht aushielt. "Aha, wusste ich es doch, dass das hier alles etwas morsch und alt ist." - "Bitte, das war der ganze Dank? Da arbeitet man sich 'nen Wolf, und wird noch nicht einmal erwähnt!" Raph lies sich nicht sonderlich von Odas' Gemeckere stören und probierte, ob er nun an das Kabel kommt, ohne einen Schlag zu bekommen. Da dem so war, griff er in seine Hosentasche und holte ein kleines, abgenütztes Teil heraus, das er an die Kabel anstöpselte. "Ich weiß, die Methode ist alt, aber ich mag sie und außerdem passt das zu der Umgebung hier." rechtfertige er sich, während er irgendwas auf dem Gerät tippte. Nicht, dass Odas irgendetwas davon verstanden hätte, aber das war er inzwischen gewohnt.
Ein paar Tastendrücke und Piepser später kam eine dezente Stimme aus einem Lautsprecher ein "Sicherheitssystem deaktiviert". Daraufhin passierten zwei Sachen eine Gute und eine eher weniger Gute: die Tür glitt sanft zur Seite und gab den Weg frei, allerdings begleitet von einem lautstarken Alarmton. "Super, so hätte ich das auch gekonnt!" - "Mecker nicht, lauf!" Auf diese Weise waren sie zwar draußen, das half ihnen aber nicht weiter, da sie nicht wussten, wohin sie eigentlich wollten. "Warte mal eben..." sagte Raph und machte sich mit seinem eigenen Kästchen über den großen Kasten her. "Was willst du da, komm schon!" - "Gleich, ich suche eine Karte, was dagegen?" Auch das schien keine gute Idee, da sich zu dem Alarmton noch eine Warnung gesellte, gesprochen von derselben eigentlich sympathischen Stimme wie vorhin: "Nicht authorisierter Datentransfer in Sektor F". Etwas erregter als zuerst wollte Odas Raph nun auch zum gehen überreden. "Und wieso, uns suchen sie doch gar nicht" grinste ihm Raph entgegen. "Hä? Und wen dann, den Kloakenmann?" - "Naja, wir sind in Sektor C. Ich hab nicht nur eine Karte gefunden, ich habe auch im anderen Ende vom Gebäude einen Fehlalarm ausgelöst. Das heißt, fast alle Wachmänner sind jetzt weit weg von uns."
Wesentlich erleichterter gingen sie dann doch noch von der Konsole weg, dem Plan nach richtung Rechnerzentrum. Plötzlich blieb Raph stehen und deutete auf eine Tür in der Wand des Korridors. "Geh mal da rein, du darfst dir was aussuchen. Das ist ein Waffenlager, ich könnte mir denken, dass wir davon noch was brauchen können. Was für ein Kaliber hättest du denn gerne?" - "Extra Bowling King-Size!"

Montag, Januar 07, 2002

Sie wachten auf, und wussten erst mal nicht, wo sie waren. Sie hatten schon Mühe damit, sich zu erinnern, *wer* sie überhaupt waren. *Sie* waren zwei, Raph, ein professioneller Hacker des Geheimdienstes und Odas, ein Rambo der Marines, ausgeschickt, um etwas zu holen. Was, das würde man ihnen an Ort und Stelle sagen, hieß es. Das war mit Sicherheit nicht der richtige Ort, sonst wären sie sicher nicht in einer Zelle auf Liegen in Stasis versetzt worden, zwei Wachmänner vor der Tür.
Raph versuchte, den Kopf zu drehen. Die Stasis ging nur knapp bis zum Hals, deshalb klappte es mehr oder weniger. Er sah Odas, die Wachmänner hinter der Panzerglastür, und eine leere Liege. Eine leere Liege? Richtig, sie waren ja mal zu dritt. Wo war der andere, warum mussten sie ihn mitschleppen und wer zum Teufel war er überhaupt? War er daran Schuld, dass sie hier in dieser Zelle, dieser Abstellkammer liegen durften?
"Hey, Odas!" rief er zur anderen Wand der Zelle. Odas war wohl doch noch nicht ganz wach. Was immer es war, dass sie betäubt hatte, es hatte ihn stärker getroffen. "HEY, Wach auf!!" - "Halt's Maul..." Ja, jetzt war er wach. "Was zum machen wir hier, verdammt, kannst du mir das mal sagen?!" Aber Odas wusste auch nicht mehr, als Raph inzwischen herausgefunden hatte. Und auch davon nicht sehr viel, da er anders lag als Raph und deshalb nur zur Wand sehen konnte.
Sie sahen sich beide erstmal ein wenig um. Odas wollte zur auch mal die andere Seite der Zelle sehen - und drehte sich um. Raph sah dabei entsetzt zu, was Odas zu der Frage "Is' was?" motivierte. Dann merkte Raph auch, dass das Stasisfeld ausgeschaltet wurde. Auch die Wachmänner waren auf einmal weg, leider nicht die Tür selbst. Durch den völlig neuen Aspekt der Bewegung, konnten sie sich natürlich etwas genauer in dem Raum umsehen.
Es war ein dunkler, quadratischer Raum, etwa 16qm, bei dem die Wände nicht sonderlich verkleidet waren. Das war gut für Raph, sogar sehr gut, so konnte er versuchen, sich über die Kabel in das Rechenzentrum einzuhacken, oder wenigstens die Tür öffnen. Er wollte einen vielversprechend aussehenden Kabelstrang etwas herausziehen um ihn etwas genauer ansehen zu können, als er von einem Kraftfeld abgehalten wurde. Aber kein normales Kraftfeld, sondern entweder eine alte Version oder eine gemeine, zumindest hat ihm dieses Kraftfeld gleich einen Stromschlag verpasst.

to be continued...